Protestantische Abendmahlkanne

Protestantische Abendmahlkanne
(Weinkanne)
um 1700, Silber (getrieben, gegossen),
teilweise feuervergoldet
Meistermarke: „ICST“
nicht identifizierter Goldschmiedemeister aus
Frankfurt (Oder)
Höhe: 29,0 cm; Durchmesser: 13,0 cm;
Gewicht: 1593 g
Fassungsvermögen: 3,8 Liter
Museum Viadrina Frankfurt (Oder)
[V/C-719]

Seit der Reformation sind protestantische Abendmahlkannen im Vergleich zu den katholischen wesentlich größer. Dies ist mit der Einführung des Laienkelches zu erklären aus dem die gesamte Glaubensgemeinde trinken darf. Von demselben Meister aus Frankfurt (Oder) stammt eine ähnlich aussehende teilvergoldete Weinkanne mit Klappdeckel aus dem Jahre 1675, die zum Inventar der Marienkirchgemeinde gehört. Sie wurde von „Dorothea Kupferin verhyrahtete Heinisiussin“ gestiftet und 1735 im Auftrag der „Oberkirche“ (Marienkirche) erneuert.
Denkbar ist auch, dass die Kanne im profanen Bereich Verwendung fand, beispielsweise im Rathaus („Ratskanne“). Für diese These spricht auch ihre bestechende Schlichtheit und das Fehlen jeglicher religiöser Inschriften und Symbole.

 

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