Elektrische Kaffeemaschine

Elektrische Kaffeemaschine um 1935
Porzellan, Eisen
Marke: Rosenthal, Selb (Bayern)
Höhe: 35,0 cm; Durchmesser: 18,8 cm Größe „3“
Inschriften „220 V 600 W“, „D. R. P. ang.“ (Deutsches Reichspatent angemeldet) sowie
„D. R. G. M.“(Deutsches Reich, geschützte Marke)
Museum Viadrina Frankfurt (Oder)
[V/H-4344]

Diese elektrisch zu betreibende Kaffeemaschine (kombiniert mit einem Wasserkocher im selben Dekor) gehörte vermutlich zu einer Aussteuer. Das Gerät war damals sehr fortschrittlich, da mit ihm zeitsparend und praktisch Kaffee zubereitet werden konnte. Dazu wurde die große Kaffeekanne bis zum Eichstrich mit Wasser befüllt und mittels des Kochers erhitzt. Das heiße Wasser und der Dampf wurden über das Steigrohr auf den Filteraufsatz mit den grob gemahlenen Kaffeebohnen geleitet. Auch zum Aufwärmen bzw. Warmhalten von Kaffee war das Gerät sehr dienlich – starke Schmauchspuren belegen das.
Es ist davon auszugehen, dass derartige Geräte im Besitz von Wohlhabenden waren, zumal der Konsum von echtem Kaffee begrenzt, weil kostspielig war. Die einfachen Leute tranken eher Ersatzkaffee, den sogenannten „Muckefuck“, einer Mischung verschiedener gerösteter Getreidesorten, die zumeist einen Extrakt aus zerriebenen Zichorienwurzeln enthielten. Damit wurde auch echter Kaffee gestreckt.
Sicher ist, dass noch vor dem Zweiten Weltkrieg die Ausstattung privater Haushalte mit elektrischen Geräten auf Radio und Bügeleisen beschränkt blieb. Unsere elektrische Kaffeemaschine aus Porzellan kann somit als ein echter Luxusartikel für damalige Lebensverhältnisse gelten.
Die Funktionstüchtigkeit der Neuerwerbung wurde nicht erprobt

 

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